Maul- und Klauenseuche: Einbußen für Betriebe bei einem Ausbruch groß
Agrarexperte Sinabell: Exportbeschränkungen und Einbußen für Produzenten im Fall einer Ausbreitung der Krankheit nach Österreich - Preise würden steigen
Heimische Fleisch- und Milchproduzenten müssten bei einem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Österreich mit Handelsbeschränkungen und damit deutlich geringeren Absätzen im Ausland rechnen. "Das ist in Seuchenfällen übliche Praxis, weil die potenziellen ökonomischen Schäden einer Ausbreitung sehr groß sind. Da werden sich die einzelnen Länder schützen", erklärte Agrarökonom Franz Sinabell vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) im Gespräch mit der APA.
Für die Abnehmer wären steigende Preise für Fleisch- und Milchprodukte die Folge. "Bei einem Ausbruch käme es zu einer Verknappung des Angebots auf dem Markt und damit zu einer Erhöhung der Preise. Jene Produzenten, die nicht von der Seuche betroffen sind, wären in einem solchen Fall klar im Vorteil", so Sinabell.
Dass die Konsumentinnen und Konsumenten bei einem Ausbruch auf den Verzehr von Milch- und Fleischprodukten verzichten würden, glaubt der Experte allerdings nicht: "Es handelt sich um eine Krankheit, die nicht für den Menschen gefährlich ist. Daher wären die Verbraucher höchstwahrscheinlich weniger besorgt." Sinabell erinnerte in diesem Kontext an die Verbreitung des EHEC-Bakteriums durch kontaminierte Sprossen im Jahr 2011, die auch zu Toten in Europa führte. "Da war die Situation ganz anders. Da haben die Verbraucher die Angst verspürt, selber Schäden zu erleiden, wenn sie Gemüse verzehren. Damals ist für ein halbes Jahr der Gemüsemarkt zusammengebrochen."
Wirtschaftliche Schäden im Fall der Verbreitung groß
Wirtschaftlich wäre ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche für die heimischen Agrarbetriebe jedenfalls spürbar. Laut Daten der Statistik Austria belief sich der Produktionswert von Milch im vergangenen Jahr auf rund 1,95 Mrd. Euro, bei Rindfleisch waren es gut 950 Mio. Euro. Im Ernstfall sei hier nicht mit großen Einbrüchen zu rechnen, aber schon bei einem Rückgang von zwei oder drei Prozentpunkten "sind das wirklich bedeutende Summen", sagte der Experte dazu.
Aufgrund des Ausbruchs der Seuche in Ungarn und der Slowakei wird Österreich am Samstag vorläufig 24 Grenzübergänge in Niederösterreich und Burgenland schließen. In Österreich ist seit dem Ausbruch in den Nachbarländern kein Fall aufgetreten. (Schluss)
Für die Abnehmer wären steigende Preise für Fleisch- und Milchprodukte die Folge. "Bei einem Ausbruch käme es zu einer Verknappung des Angebots auf dem Markt und damit zu einer Erhöhung der Preise. Jene Produzenten, die nicht von der Seuche betroffen sind, wären in einem solchen Fall klar im Vorteil", so Sinabell.
Dass die Konsumentinnen und Konsumenten bei einem Ausbruch auf den Verzehr von Milch- und Fleischprodukten verzichten würden, glaubt der Experte allerdings nicht: "Es handelt sich um eine Krankheit, die nicht für den Menschen gefährlich ist. Daher wären die Verbraucher höchstwahrscheinlich weniger besorgt." Sinabell erinnerte in diesem Kontext an die Verbreitung des EHEC-Bakteriums durch kontaminierte Sprossen im Jahr 2011, die auch zu Toten in Europa führte. "Da war die Situation ganz anders. Da haben die Verbraucher die Angst verspürt, selber Schäden zu erleiden, wenn sie Gemüse verzehren. Damals ist für ein halbes Jahr der Gemüsemarkt zusammengebrochen."
Wirtschaftliche Schäden im Fall der Verbreitung groß
Wirtschaftlich wäre ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche für die heimischen Agrarbetriebe jedenfalls spürbar. Laut Daten der Statistik Austria belief sich der Produktionswert von Milch im vergangenen Jahr auf rund 1,95 Mrd. Euro, bei Rindfleisch waren es gut 950 Mio. Euro. Im Ernstfall sei hier nicht mit großen Einbrüchen zu rechnen, aber schon bei einem Rückgang von zwei oder drei Prozentpunkten "sind das wirklich bedeutende Summen", sagte der Experte dazu.
Aufgrund des Ausbruchs der Seuche in Ungarn und der Slowakei wird Österreich am Samstag vorläufig 24 Grenzübergänge in Niederösterreich und Burgenland schließen. In Österreich ist seit dem Ausbruch in den Nachbarländern kein Fall aufgetreten. (Schluss)
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