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Berlin, 16. Jänner 2026 (aiz.info)

Heimische Agrarspitze: Standort Österreich sichern und Wettbewerbsfähigkeit stärken

Zentrale Zukunftsansagen der österreichischen Agrarspitze auf der Grünen Woche

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin setzen Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger und der Obmann des Landwirtschaftsausschusses, Georg Strasser, ein klares Zeichen für die Sicherung des Standorts Österreich und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „2026 ist das Jahr der Weichenstellungen und der Chancen für die EU-Landwirtschaft. Jetzt wird entschieden, wie die nächste Gemeinsame Agrarpolitik aussieht und wie das EU-Budget gestaltet wird. Ich kämpfe auf EU-Ebene für ein ausreichend dotiertes, zweckgebundenes Agrarbudget, für den Erhalt der ländlichen Entwicklung sowie für verlässliche Rahmenbedingungen und Stabilität für unsere bäuerlichen Familienbetriebe.“

Europas Bäuerinnen und Bauern stehen unter massivem Druck: Sinkende Erzeugerpreise, steigender Wettbewerb und wachsende bürokratische Auflagen belasten die Betriebe zunehmend. Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch das neue Handelsabkommen Mercosur, die den Konkurrenzdruck durch ein Freihandelsabkommen mit einem agrarischen Billigproduzenten mit schlechteren Produktionsstandards weiter erhöhen.

Herkunftskennzeichnung als Schlüssel für fairen Wettbewerb

Bundesminister Norbert Totschnig hat sich bis zuletzt klar gegen das Handelsabkommen ausgesprochen und sich für strengere Schutzmaßnahmen eingesetzt. Durch den Druck Österreichs und die Initiative verbündeter Staaten konnten diese auch verankert werden.

„Wir sind ein Qualitätsproduzent und stellen hochwertige Lebensmittel her. Wenn südamerikanische Ware mit österreichischen Qualitätsprodukten konkurriert, müssen Konsumentinnen und Konsumenten auf einen Blick erkennen können, woher ein Produkt stammt und sich bewusst für österreichische Produkte entscheiden können“, so Totschnig. Daher fordert er eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der gesamten EU. „Herkunftskennzeichnung ist kein Detail, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Wer nach höchsten Standards produziert, muss im Regal auch sichtbar und wählbar sein“, ergänzt er.

Mehr Wettbewerbsfairness bei Betriebsmitteln und Standards gefordert

„Versorgungssicherheit ist Sicherheit, was gerade in diesen weltpolitisch turbulenten Zeiten berücksichtigt werden sollte. Die EU-Kommission muss daher dringend handeln, um die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfitness der europäischen Landwirtschaft wieder zu verbessern. Derzeit sorgt sie nämlich verstärkt für minderqualitative und dadurch billigere Konkurrenzprodukte bei gleichzeitiger Verteuerung zentraler Betriebsmittel wie Dünger. So geht es nicht weiter“, kritisiert LKÖ Präsident Josef Moosbrugger, der sich für vergleichbare Standards bei Importprodukten, echte Vereinfachungen statt kosmetischer Korrekturen und Zukunftsperspektiven für die bäuerlichen Familienbetriebe ausspricht.

„Mehr Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und Industrie kann nicht auf Kosten der Landwirtschaft geschaffen werden. Wenn etwa die europäischen Düngemittel-Hersteller geschützt werden, darf das nicht zu noch höheren Betriebsmittelkosten für die ohnehin unter den niedrigen Erzeugerpreisen leidenden Ackerbauern führen. Diese Maßnahme (CBAM) muss dringend ausgesetzt werden“, fordert Moosbrugger, der sich auch für mehr Wettbewerbsfairness innerhalb der EU ausspricht, was etwa die Energie-, Treibstoff- und Lohn(neben)-Kosten für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe betrifft.

Schleuderpreise gefährden Existenzen

Obmann des Landwirtschaftsausschusses, Abgeordneter zum Nationalrat DI Georg Strasser: „Wenn der Handel weiter auf Schleuderpreise setzt, sperren Betriebe zu und die Produktion wandert ab. Für Konsumentinnen und Konsumenten sind das an der Kasse oft nur wenige Cent, für unsere Bauernfamilien geht es um Existenzen. Beste heimische Lebensmittel gibt es nicht zum Nulltarif. Es geht um einen fairen Anteil der Bäuerinnen und Bauern am Verkaufspreis. Wer täglich beste Qualität aus Österreich, kurze Wege und hohe Standards will, muss anerkennen, dass Lebensmittel einen Wert haben. Rabattschlachten bei Grundnahrungsmitteln dürfen nicht länger Geschäftsmodell sein, weil sie am Ende genau jene treffen, die täglich hart arbeiten und auch das Risiko tragen.“

Abschließend halten Totschnig, Moosbrugger und Strasser fest: „Im Mittelpunkt stehen die Menschen auf unseren bäuerlichen Familienbetrieben. Sie müssen produzieren können und dürfen – und müssen für ihre harte Arbeit fair entlohnt werden. Dafür setzen wir uns konsequent ein, in Österreich und auf europäischer Ebene.“ (Schluss)
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