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Wien, 7. April 2026 (aiz.info)

Psychosoziale Unterstützung für Bäuerinnen und Bauern stark gefragt

Aktuelle Zahlen von "Lebensqualität Bauernhof" zeigen steigenden Bedarf

Die Nachfrage nach psychosozialer Beratung in der Landwirtschaft steigt weiter an. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Initiative "Lebensqualität Bauernhof": 2025 wurden österreichweit 894 psychosoziale Beratungsfälle verzeichnet – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Am Bäuerlichen Sorgentelefon fanden seit Beginn über 11.000 Gespräche statt, 2025 waren es insgesamt 515. Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April weist die Landwirtschaftskammer Österreich auf die vielfältigen Unterstützungsangebote hin. 

"Landwirtschaft bedeutet Verantwortung – für den Betrieb, für die Familie und oft für mehrere Generationen. Wenn Konflikte, Überlastung oder Sorgen dazukommen, braucht es Unterstützung, die zum Leben am Hof passt. Mit 'Lebensqualität Bauernhof' gibt es seit 2007 bundesweit ein Angebot, welches Bäuerinnen und Bauern in herausfordernden Situationen begleitet", erklärt Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger und ermutigt Landwirtinnen und Landwirte, die vorhandenen Beratungsangebote aktiv zu nutzen, um schwierige Phasen gut zu bewältigen.

Generationenkonflikte als zentrales Thema

Die Beratungsgespräche drehen sich seit Jahren um ähnliche Herausforderungen: Generationenkonflikte, persönliche und partnerschaftliche Probleme sowie Fragen rund um Hofübergabe und Hofübernahme stehen im Mittelpunkt.

"Die Zahlen zeigen klar: Das Angebot wird gebraucht. Viele Menschen suchen Unterstützung bei Herausforderungen, die ihr Familienleben, den Betrieb und die eigene Lebenssituation gleichzeitig betreffen", so Ines Jernej, Bundeskoordinatorin von "Lebensqualität Bauernhof", einem vom BMLUK geförderten Projekt.

Neue Studie gibt Einblicke in Belastungs- und Entlastungsfaktoren 

Eine vom BMLUK beauftragte Studie zu sozialen und psychischen Belastungen in der Land- und Forstwirtschaft unterstreicht den Handlungsbedarf: Die Mehrheit der Befragten berichtet von mittleren und ein Drittel von hohen Belastungen. Als entlastend werden die Unterstützung durch Familie und Freunde, naturnahe Arbeitsaufgaben sowie das Sinnerleben in der landwirtschaftlichen Tätigkeit genannt. Viele wünschen sich bessere Informationen über bestehende Hilfsangebote.

"Happy am Hof" macht Angebote sichtbar

Mit der gemeinsamen Kampagne "Happy am Hof" bündeln der Maschinenring, "Lebensqualität Bauernhof“ und die SVS ihre Kräfte und weisen auf passende Unterstützung hin – von arbeitspsychologischer Beratung über wirtschaftliche Betriebshilfe bis zum Bäuerlichen Sorgentelefon.

"Mit 'Happy am Hof' wollen wir bestehende Angebote besser sichtbar machen und Menschen rascher zu passender Unterstützung führen. Gute Information kann ein wichtiger erster Schritt sein", sagt Gabriela Hinterberger, Leiterin des vom BMLUK geförderten Projektes "Gsund bleiben" beim Maschinenring Österreich.

Drei Säulen der Unterstützung

"Lebensqualität Bauernhof" setzt auf das Bäuerliche Sorgentelefon, psychosoziale Beratung und Bildungsangebote. Allein 2025 fanden 182 Veranstaltungen mit rund 8.000 Teilnehmenden statt. Die Seminare der Ländlichen Fortbildungsinstitute wirken präventiv und helfen, die eigene Resilienz zu stärken.

Bäuerliches Sorgentelefon: 0810 676 810 Montag bis Freitag (außer Feiertage), ca. 1,30 Euro/Stunde – anonym und niederschwellig.

Weitere Informationen:
www.lebensqualitaet-bauernhof.at
www.happy-am-hof.at (Schluss)
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