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Wien, 5. Februar 2026 (aiz.info)

Hülsenfrüchte: unterschätzter Eiweiß- & Umweltboost

Pflanzenzüchter und Landwirte versorgen Menschen mit pflanzlichen Proteinen. Soja, Linsen & Co. leisten gleichzeitig Beitrag zu Bodenschutz

Wien, 05. Februar 2026 (aiz.info). Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt, sind wichtige pflanzliche Proteinlieferanten und spielen eine wesentliche Rolle für eine nachhaltige Landwirtschaft. Die heimische Pflanzenzüchtung kommt ihrem gesellschaftlichen Auftrag nach und entwickelt klimaresiliente und an die Standorte Zentraleuropas angepasste Sorten. Diese zeichnen sich durch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Herausforderungen wie langanhaltender Hitze und Trockenperioden aus und gewährleisten dennoch stabile Erträge bei hoher Qualität des Ernteguts. Weitere Züchtungsziele sind unter anderem eine verbesserte Standfestigkeit, Resistenzen gegen Blattpathogene, ein geringeres Aufplatzen der Hülsen, ein hoher Proteingehalt sowie eine optimierte Verdaulichkeit für Mensch und Tier. Die Saatgutwirtschaft stellt diese Sorten agrarischen Betrieben als hochwertiges Z-Saatgut bereit. Das stärkt die regionale Wertschöpfung. 
 
Weniger Düngeaufwand, bessere Wasserspeicherung

Körnerleguminosen verfügen über eine außergewöhnliche Vielfalt von rund 20.000 Arten, darunter Erbsen, Bohnen, Linsen, Soja und Lupinen. Sie sind wertvolle Bestandteile der Fruchtfolge und tragen zur Senkung des Betriebsmittelaufwands bei. Durch die Knöllchenbakterien an den Wurzeln wird mehr Stickstoff aus der Luft gebunden, als die Pflanzen selbst benötigen. In der Folge verbleiben je nach Art zwischen 30 und 70 Kilogramm Stickstoff pro Hektar im Boden (Ausnahme: Sojabohne). Davon profitieren die nachfolgenden Kulturen, die weniger Dünger benötigen. 

Hülsenfrüchte verbessern durch ihr tiefreichendes und stark verzweigtes Wurzelsystem die Bodenstruktur, reduzieren den Bedarf an Bodenbearbeitung und erhöhen die Wasseraufnahmefähigkeit. Nach dem Absterben dient das Wurzelwerk als Nahrungsquelle für Bodenorganismen und fördert zusätzlich die Bodengesundheit und Fruchtbarkeit. So zeigen Untersuchungen, dass die Erträge von Winterweizen nach dem Anbau von Ackerbohnen um bis zu 15 Prozent steigen können.

Zudem gewinnen Hülsenfrüchte als hochwertige Proteinquelle und pflanzliche Alternative zu tierischen Produkten zunehmend an Bedeutung. Um das sowie den Nutzen der Hülsenfrüchte für eine nachhaltige Landwirtschaft hervorzuheben, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 10. Februar zum Internationalen Tag der Hülsenfrüchte erklärt. 
 
Acker- und Sojabohne als Paradebeispiele

Die Acker- und Sojabohne stehen exemplarisch für die Innovationsleistung der heimischen Pflanzenzüchtung. Bei der Ackerbohne werden gezielt Winterformen entwickelt, um den zunehmenden Hitzetagen im Sommer auszuweichen und so stabile Erträge sowie eine hohe Produktqualität sicherzustellen. Auch die Sojabohne verzeichnet eine sehr positive Entwicklung: Österreichs Landwirte sind inzwischen mit 85.600 Hektar der viertgrößte Sojaproduzent innerhalb der EU und nehmen mit einem Anteil von knapp 40 Prozent biologisch bewirtschafteter Sojaflächen sogar eine Spitzenposition ein. Darüber hinaus ist Österreich innerhalb der EU führend in der Produktion und Verarbeitung von gentechnikfreiem Lebensmittelsoja. (Schluss)
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